„Gut mit sich und anderen umgehen in schwierigen Gesprächssituationen“

Ich habe recht - Ich auch

Das Arbeitstreffen des FrauenNetzWerkes der DVMB wird am 03.-05.08.2018 in Fulda (Hessen) stattfinden.

Thema: „Gut mit sich und anderen umgehen in schwierigen Gesprächssituationen“

 

Nach einer anstrengenden und für viele schweißtreibenden Anreise in das Hotel Fulda Mitte begrüßte die Vorsitzende des Frauennetzwerks Frau Christina Schneider alle anwesenden Vertreterinnen des Frauennetzwerks der Landesverbände zum Abendessen.
Nach einer leckeren Stärkung begann am Freitagabend ab 19 Uhr der arbeitsreiche Teil des Arbeitstreffens. Nach der Genehmigung der Tagesordnung und des Protokolls vom letzten Arbeitstreffen 2017, konnte sich die neue Frauenansprechpartnerin Frau Farklas-Bössow des Landesverbandes Schleswig-Holstein allen Teilnehmerinnen vorstellen. Selbstverständlich stellten sich auch die „alten“ Ansprechpartnerinnen Frau Farklas-Bössow vor.
Es fand auch gleich ein erster Austausch zu Erfahrungen statt, der sich im Rahmen der „Rückblickrunde“ ergab. In der „Rückblickrunde“ konnten die Ansprechpartnerinnen wieder über eine Vielzahl vielfältiger, interessanter und gut besuchter Seminare und Veranstaltungen berichten. Allerdings kamen auch Probleme und Schwächen zum Vorschein, wo die Ansprechpartnerinnen im Rahmen des Arbeitstreffens und im Netzwerk /Frauennetzwerk um Hilfe ersuchen und auch Ideen finden und Ratschläge dazu erhalten.
Und positiv ist zu bemerken, dass für alle erkennbar ist, dass das Informations- /Erfahrungs-Netz des Frauennetzwerks langsam wächst und jeder davon profitieren kann. Vor allem wurde deutlich, dass es in manchen Regionen schwer ist Teilnehmerinnen für interessante und gut or-ganisierte Veranstaltungen zu finden und in manchen Regionen Veranstaltungen mehrmals angeboten werden, damit Interessierte wenigstens 1x pro Jahr an einer Veranstaltung teilnehmen können.
Außerdem fand wieder ein reger Austausch über die Themen und Inhalte der gewesenen Veranstaltungen statt.

Der Samstag wurde von der Referentin Lisbeth Wagner- KISS Regensburg zum Thema „Gut mit sich und anderen umgehen in schwierigen Gesprächssituationen“ gestaltet. Der Tag teilte sich in 4 einzelne Abschnitte.

1. Ankommen und erste Übungen
2. Kommunikation auf Augenhöhe
3. Die vier Schritte der gelungenen Kommunikation
4. Ausklang und Auswertung

Im ersten Teil „Ankommen und erste Übungen“ tauschten wir uns zum „Aufwärmen“ über unsere Eigenschaften aus („ Was macht mich aus? Was sind meine Fähigkeiten?“) und hatten dazu einige schwierige Aufgaben. Es sollten nach einem 30 min Gespräch zwischen 2 Partnerinnen die 3 „Kern“-eigenschaften von sich selbst bzw. von der Partnerin auf einer Karte festhalten werden. Und eine besonders schwierige Situation aus Beruf, Alltag oder Familie, wo wir nicht mit uns zufrieden waren, sollte ebenfalls aufgeschrieben werden. Die besonders schwierige Situation sollte auch nur mit 2-4 Schlagworten festhalten.
Zweck der Übungen war es , aus einem langen Gespräch die Kernaussagen zu finden. Außerdem im Beratungsalltag, wenn eine Ansprechpartnerin jemanden zum ersten Kennenlernen trifft und dieser von seiner komplexen Lebens- und Krankheitssituation berichtet, dass die Ansprechpartnerin eine „besondere“ Situation erkennt, wo Sie ggf. helfen und unterstützen kann.

Die letzte und schwierigste Aufgabe des Übungsteils folgte. Man sollte sich vor die Gruppe stellen und sich als neue Frauenansprechpartnerin bewerben. Jeder sollte dabei auf seine persönliche Kompetenzen und Stärken hinweisen und warum sie die „Neue“ werden möchte.
Dabei fiel allen Teilnehmerinnen auf, wie schwer es ist, sich mal in den Mittelpunkt zu stellen und mit „Stolz“ von seinen persönlichen Stärken zu berichten.
Im zweiten Teil kam die „Kommunikation auf Augenhöhe“ in Spiel. Nach dem Video „Das Frühstücksei“ von Loriot wurde allen bewusst, wie wichtig eine gute Kommunikation und diese auf Augenhöhe ist. Dazu wurde erst einmal erarbeitet, was „Augenhöhe“ ist. Frau Wagner stellte uns dazu einige Modelle wie das Transaktionsanalyse oder die Gewaltfreie Kommunikation nach Marschall-Rosenberg.

Im dritten Teil des Seminares sind wir dann die 4 Schritte einer gelungenen Kommunikation durchgegangen, die auf die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg zurückgeht.

1. Schritt „Beobachten statt Bewerten“ Sie erklärte uns, dass es wichtig für eine gelungene Kommunikation ist, dass man beobachtet anstatt alles zu bewerten. z.B. aus der Filmsituation von Loriot gesehen- beobachten, dass diesmal „das Ei hart ist“ und nicht bewerten…“jetzt beschwert er sich schon wieder, dass ich! Das Ei zu hart gekocht habe!“.
2. Schritt: „Erkenne und benenne deine Gefühle“ In einigen Übungen lernten wir Teilnehmerinnen die verschiedenen Arten von Gefühlen kennen. Z.B. was Gefühle sind, wenn unsere Bedürfnisse nicht erfüllt sind oder auch welche Wörter und Ausdrücke in der Gesellschaft für Gefühle verwendete werden, die aber in der Kommunikation nicht hilfreich sind (sogenannte Pseudogefühle - wie ausgenutzt, diskriminiert oder manipuliert).
3. Schritt „Teile dein Bedürfnis mit“ In diesem Schritt stellte uns Frau Wagner u. a die „Maslowsche Bedürfnispyramide" vor. In Übungen erlernten wir zu identifizieren, welche unerfüllten Bedürfnisse hinter unseren im 2. Schritt festgestellten Gefühlen stecken. Wir führten einen Bedürfnis Check durch, um uns persönlich einen Blick auf unsere eigenen Bedürfnisse zu verschaffen. Es wurde das Bewusstsein geweckt, dass wirklich hinter unseren Gefühlen versteckte Bedürfnisse stecken.
4. Schritt „Formuliere eine Bitte statt zu fordern“ Frau Wagner brachte uns näher, dass man es lernen kann, seinen verschiedenen Bitten klar zu formulieren. Aber das es auch verschiedene Arten von Bitten gab, die verschieden zu stellen sind.

In der abschließenden Auswertungsrunde wurde schon sofort sichtbar, dass dieses Seminar einen bleibenden Eindruck bei den Teilnehmerinnen hinterlassen hat und man für sich, seine Arbeit für das Frauennetzwerk aber auch für seinen persönlichen Alltag mitgenommen hat.

Der Abend fand seinen Ausklang in der Viva Havanna Bar, wo man gemeinsam das Erlernte gleich versuchte umzusetzen und aus den Gefühlen Bedürfnisse wurden. Und die Bedürfnisse z.B. nach Zugehörigkeit, nach Verstehen oder Anerkennung gleich mit Bitten versehen wurden, dass man schöne Erinnerungsbilder miteinander geschossen hat oder einfach nur ohne Hemmnisse gemeinsam lachen und trinken konnte.

Der Sonntag war wieder speziell der Arbeit des Frauennetzwerks gewidmet. Nach der Ausblickrunde zu den geplanten Aktivitäten 2018/19 in den einzelnen Landesverbänden wurden die Planungen für den Öffentlichkeitstag 2019 vorgestellt. Er wird im März vom Landesverband Bayern ausgerichtet werden.
Es wurden Arbeitsschwerpunkte ermittelt, die in den kommenden Jahren bei den Arbeitstreffen aufgegriffen werden sollen. U.a. waren die Öffentlichkeitsarbeit, neue Therapieformen oder die Erstellung eines Referentenpools Arbeitsschwerpunkte. Für das kommende Jahr wurde das Thema „PC Anwendungen“ aufgegriffen. Außer-dem wurde die To- Do- Liste geprüft. Welche Aufgabenpunkte schon erledigt werden konnten, welche Meilensteine es bei manchen großen Aufgaben /Projekten wie der Beraterbroschüre gibt und wo noch Hilfebedarf besteht.

Nach einem arbeitsreichen Wochenende und vielen neuen Erkenntnissen zu unseren Gefühlen und Bedürfnissen sind alle Teilnehmerinnen mit neuen Aufgaben und vielen Informationen zurück in die Heimat gefahren. Im nächsten Jahr ist es geplant das Arbeitstreffen im Landesverband Schleswig Holstein auszurichten.

Jana Schmalisch August 2018