Winterblues

Im Frühling und Sommer könnte ich Bäume ausreißen, im Herbst und Winter hingegen fühle ich mich meist müde und ausgelaugt. Ich könnte nur schlafen und irgendwie habe ich das Gefühl meine Stimmung ist im Keller.

Kommt Euch das irgendwie vertraut vor?
Die Heilpraktikerin Frau Grit Lehmann hat uns in Ihrem Zoom-Seminar am 29.01.2022 die Entstehung, die Zusammenhänge und mögliche Wege aus diesem Stimmungstief aufgezeigt.

Leider gab es zu Beginn einige technische Probleme, die wir zwar nicht zu verantworten hatten, für die wir uns aber trotzdem entschuldigen wollen. Auch die konzeptionelle Herangehensweise war ein wenig holprig, so dass wir mit folgendem Script versuchen wollen, die Thematik etwas besser zu beleuchten. Die Zusammenfassung hat Grit Lehmann selbst geschrieben.

Falls Fragen auftauchen, leiten wir diese gern an die Referentin weiter.

Im Frühling und Sommer könnte ich Bäume ausreißen, im Herbst und Winter hingegen fühle ich mich meist müde und ausgelaugt. Ich könnte nur schlafen und irgendwie habe ich das Gefühl meine Stimmung ist im Keller.
Grund dafür ist eine lichtbedingte Hormonumstellung, welche die Psyche beeinflusst und uns müde und antriebslos fühlen lässt. Winterblues ist also eine lichtbedingte Hormonumstellung. Zum Glück gibt es nicht nur ein Hausmittel, mit denen Du das Stimmungstief gut in den Griff bekommen kannst.

Eines der besten Rezepte die ich jedoch kenne, nennt sich Selbstfürsorge. Sich die Zeit für Dinge zu nehmen, die dabei helfen, dass Körper, Geist und Seele auch in der dunklen Jahreszeit wieder Freude daran haben, dass ein neuer Tag beginnt.
Eine Möglichkeit ist der Einfluss von bilateraler Stimulation:

  • auditive links - rechts Reize
  • taktile links - rechts Reize
  • schnelle Augenbewegungen
  • Klopftechnik aus der Psychokinesiologie
  • Butterfly für bessere Stimmung

Unser Großhirn besteht aus zwei Gehirnhälften. Im Volksmund spricht man oft von einer Gefühlshälfte und von einer rationalen Hälfte. Während unsere linke Gehirnhälfte hauptsächlich für logisch-analytisches Denken zuständig ist, so stammen intuitive Handlungen oder kreative Ideen in erster Linie aus unserer rechten Hälfte. Bei Linkshändern ist es anders herum. Unsere linke Hirnhälfte wird sehr oft überfordert, logisches, fehlplatziertes Denken, Mathematik, Zahlen bringen unser Gehirn oft an seine Grenzen. Ich spreche dann davon, dass eine Seite glüht und die andere Seite liegt unterfordert im Kopf und friert. Durch bilaterale Stimulation können wir beide Gehirnhälften aktivieren und vernetzen. Damit fördern wir Kreativität, neue Ideen und bringen auch wieder unsere Stimmung in ein wohlwollendes Level. Hirnforscher wissen mittlerweile, dass die Wichtigkeit einer Information maßgeblich davon abhängt, mit wie vielen anderen Informationen sie verknüpft ist.
Verhaltens- und Denkmuster, die wir öfter wiederholen, prägen sich tief in unser Gehirn ein. Wiederholungen stärken die benutzten und schwächen die unbenutzten Denkbahnen. Jeder kennt dieses Phänomen in vereinfachter Form.

Gedankenexperiment die Zitronenübung

Nehme einige tiefe Atemzüge. Stelle dir nun bitte einmal eine Zitrone vor. Eine schöne gelbe Zitrone, die vor dir auf einem Tisch liegt. Stelle dir diese Zitrone vor, ihre Form und ihre Farbe. Stelle dir nun bitte vor, wie du ein Messer zur Hand nimmst und die Zitrone langsam in der Mitte durchschneidest, der Saft beginnt an der Schnittstelle heraus zu rinnen und nun liegt die Zitrone in zwei Hälften vor dir.
Wenn du nun die Luft durch die Nase einziehst, nimmst du vielleicht den leicht säuerlichen Geruch der Zitrone wahr. Nun stell dir vor, wie du eine Zitronenhälfte in die Hand nimmst und ganz langsam zu deinem Mund führst. Vielleicht leckst du nun ganz leicht an der Zitrone oder beißt in Gedanken hinein.

Wenn du dir dies in deiner Vorstellung bildhaft ausgemalt hast, dann hast du bei dir zwei Dinge festgestellt:

1. dein Mund hat vermehrt Speichel produziert und
2. du hast dein Gesicht verzogen.

Dieses Experiment zeigt dir, dass deine Gedanken und Phantasien Kräfte sind, die deinen Körper veranlassen, zu reagieren. Dein Körper und deine Gesichtsmuskulatur haben so reagiert, als hättest du tatsächlich in die Zitrone gebissen.
Ein sehr erklärbares Phänomen, denn das Gehirn ruft eine Erinnerung ab. Es unterscheidet nicht zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich persönlich wende die Übung regelmäßig beim Rad fahren an und sie hilft.
Denn jeder Gedanke, jede Vorstellung, ob positiv oder negativ, hat einen Einfluss auf dein seelisches und körperliches Befinden. Du kannst ferner sehen, dass dein Gehirn nicht unterscheiden kann, ob du tatsächlich etwas erlebst oder ob du dir nur einbildest, etwas zu erleben. Obwohl du ganz genau weißt, dass du dir das Ganze nur eingebildet hast, für dein Gehirn war deine Einbildung Realität.
Während eines Winterblues sind Körper und Geist nicht nur durch fehlendes Serotonin überfordert. Grübeln, Nachdenken und ewiges Kreisen der Gedanken belasten zusätzlich.

Doch dafür gibt es eine Selbstcoachingmethode, die auf der bilateralen Hemissphärenstimulation basiert. Bekannt wurde sie aus der Therapiemethode EMDR. Diese geht mit schnellen Augenbewegungen einher. Sie hilft, die eigenen Gedanken zu beruhigen. Im besten Falle folgt ein „Nichtdenken“, Ruhe kehrt ein und durch positive Erinnerungen werden auch die schönen körperlichen Gefühle zurück geholt.

Nachfolgend findest du eine Übung dazu.

Die Wohlfühlzelle als Energiequelle

1. Nimm eine bequeme Körperhaltung ein und lausche zunächst ein bis zwei Minuten mit geschlossenen Augen der bilateralen Musik mit ihrem „Ding-Dong-Takt“.
Der Link zur wingwave App

Hier findest du einen Titel „ Feelwave“ zum Kennenlernen.
Alternativ YouTube

2. Nun fühle mit deiner Wahrnehmung und ganz bewusst in deinen Körper hinein. Wo in deinem Körper befindet sich die Körperzelle, die sich jetzt im Moment in einem ganz besonderen wohligen, gesunden oder angenehmen Zustand befindet? Spüre einmal deinen ganzen Körper durch und suche diese eine Zelle, auf welche die Beschreibung am besten passt. Wo könnte in dir diese Wohlfühlzelle sein:

  • Kopf, Hals, Nacken
  • Nasenspitze, Ohren, Augenbraue
  • Schultern, Arme, Hände
  • Brustkorb, Rücken
  • Magen, Bauch
  • Beine, Knie, Füße

Hier kann dir auch ein Bodyscan sehr behilflich sein.

3. Finde zwei, drei Worte für die angenehme Resonanz, die von dieser Wohlfühlzelle ausgeht:

  • angenehm warm oder angenehm kühl
  • leichtes oder intensives Gefühl
  • ruhig oder bewegt, leicht kribbelnd, drehend
  • Assoziation mit einer Farbe
  • Assoziation mit einem Klang, einer Melodie, einem Geräusch
  • Assoziation an einen Geruch oder einen Geschmack

4. Fühle nach, wie angenehm die Empfindung auf einer positiven Skala zwischen 0 und 10 ausfällt. Liegt sie bei eins, vier oder sechs? Mache bitte eine ungefähre Einschätzung.

5. Dann spüre weiter mit nun anhaltend geschlossenen Augen zu diesem Wellnessempfinden hin, während das „Ding-Dong“ weiter läuft. Fühle nach, wie sich die positive Resonanz der Wohlfühlzelle ganz allmählich steigert und ausbreitet – und sei es nur einen weiteren halben Punkt nach oben auf der Skala.

6. Spüre weiter nach mit der Vorstellung, dass diese Wellnessresonanz der Wohlfühlzelle wie eine Quelle in deinem Körper wirken kann und sich von dort aus langsam ausbreitet. Wie würde das gehen, welche Richtung nimmt die Wirkung?

  • Nach allen Seiten gleichzeitig, in eine Richtung, gerade oder in Kreisen
  • Fließend, wie in Wellen
  • Ausstrahlend
  • Verbreitung über die Haut, innerlich über die Nervenbahnen und Meridiane
  • Im Blutkreislauf nach oben oder unten fließend

7. Setze die Übung fort, bis sich die Wellness Resonanz mindestens um einen Punkt gesteigert hat. Dann genieße weiter, so lang es dir gut geht.


Wir stimulieren das gesamte Gehirn bilateral und lassen so zu, dass automatisch viele Verbindungen von einer alten Erinnerung zu einer neuen Information hergestellt werden. Übung macht den Meister.
Darum sorge gut für dich selbst und baue regelmäßig kleine Übungen in deinen Alltag ein. Achte gut auf deine Gedanken, lerne Nein oder Stopp zu sagen und bleibe gesund.

Herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit.
Grit Lehmann

Während des Zoomtreffens wurde auch mehrfach folgendes Buch erwähnt. Das Buch kann in jedem Buchladen käuflich erworben werden.

"Schmerzen behandeln mit EMDR"   ISBN: 978-3-608-94881-3

 

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