„Herausforderung COVID19, insbesondere mit der Erkrankung Morbus Bechterew“ | LV Nordrhein-Westfalen

3. Frauenseminar, 02. - 04. Okt. 2020, im Hotel der Schnitterhof in Bad Sassendorf
von Gudrun Frank und Petra Weihs, Hemer

Unser Frauenseminar im schönen Bad Sassendorf fand unter außergewöhnlichen Bedingungen, die wir wegen der bestehenden Covid19-Pandemie zu beachten hatten, statt und wurde dennoch wieder ein toller Erfolg.

Nach der Vorstell- und Kennenlern-Runde am Freitagnachmittag brachte Heike uns mit einer kleinen Gymnastikeinheit in Schwung. Nach dem Motto „Bechterewler brauchen Bewegung“ zeigte sie uns einige Übungen mit dem Theraband, die wir auch zu Hause alleine durchführen könnten. Nach dem Abendessen kam der „Erfahrungsaustausch“ wie gewohnt nicht zu kurz. Dies war auch unter Hygieneauflagen möglich und klappt hervorragend.

Am Samstag starteten wir den Tag wieder mit Bewegungsübungen mit dem Theraband. Frau Judith Günzel, Rheumatologin und ihr Ehepartner Dipl. Psych. Siegfried Bach waren an diesem Wochenende unsere Referenten. Frau Günzel, die schon mehrmals tolle Referate bei unseren Seminaren gehalten hat, überzeugte auch dieses Wochenende wieder mit Wissen und Herzblut. Aus aktuellem Anlass referierte sie zu dem Thema „Herausforderung COVID19, insbesondere mit der Erkrankung Bechterew“. Besonders festzuhalten ist, dass nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Patienten unter Immunsuppression (bei einer Immunsuppression wird das körpereigene Abwehrsystem –Immunsystem- unterdrückt) zu den besonders gefährdeten Patientengruppen zählen. Daten aus COVID-19-Registern, Fallserien und Fallberichten legen aber nach derzeitigem Wissensstand nahe, dass Patienten mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen (ERE) im Vergleich zu Nicht-Rheumakranken kein grundsätzlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 aufweisen. Auch zeigen die bisherigen Daten mehrheitlich, dass COVID-19 bei Patienten mit einer ERE nicht schwerer verläuft als bei nicht rheumatisch erkrankten Personen. Letztendlich spielen sehr viele Faktoren eine Rolle. Es sollte immer die individuelle Situation betrachtet und mit dem eigenen Arzt abgestimmt werden.

Auch bei positiver Testung gibt es kein Patentrezept, ob eine Rheumatherapie pausiert oder fortgesetzt werden sollte. Empfohlen wird allerdings, dass sich ERE-Patienten mit einem positiven Test auf SARS-CoV-2 (PCR und/oder Antikörpertest) im COVID-19 Register der DGRh (COVID19-rheuma.de) bitte registrieren sollten. Während des Vortrages und auch im Anschluss wurden viele Fragen gestellt, die Frau Günzel wie gewohnt geduldig beantwortete und ausführlich erklärte. Sie gab viele Anregungen und Tipps und erzählte von ihren eigenen Erfahrungen.

Am Nachmittag referierte Siegfried Bach zum Thema „Morbus Bechterew: Psychologische Therapiemöglichkeiten“ und gab hiermit Anregungen und Denkanstöße wie Psychologie und Psychotherapie die Krankheit Morbus Bechterew positiv beeinflussen können.

Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen und anschließendem Beisammensein.
Für den Sonntag hatte Heike sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Wir bekamen eine tolle Führung durch den Kurpark mit Seeluftschnuppern am Gradierwerk und vielen interessanten Informationen rund um Bad Sassendorf.

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Herausforderung COVID19 - Teilnehmer während eines Vortrags
Alle Teilnehmer des Seminars „Herausforderung COVID19“