Frauentags-Symposium am 11.03.17 in Leipzig

"Augenerkrankungen bei Morbus Bechterew – Behandlung und Möglichkeiten der Prävention"

Informationen zum Thema gutes Sehen und Augenerkrankungen bei Morbus Bechterew standen beim diesjährigen Frauentags-Symposium im Mittelpunkt. Ausrichter war in diesem Jahr der DVMB-LV Sachsen. 37 Teilnehmer/-innen kamen am 11. März 2017 im Haus der Stadtmission in Leipzig zusammen, um sich spezielle Fachvorträge anzuhören, Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Christina Schneider, Leiterin des Frauennetzwerkes beim DVMB-Bundesverband und Leonore Huber, Ansprechpartnerin des Frauennetzwerkes beim DVMB-Landesverband Sachsen, begrüßten die Anwesenden mit einem öffentlichen Zwiegespräch, dessen Inhalt das Anliegen des Symposiums verdeutlichte.

Im ersten Vortrag erklärte Dr. med. Elizabeth Scharfenberg, niedergelassene Augenärztin aus Leipzig, den möglichen Zusammen-hang von Morbus Bechterew und Augenentzündungen, insbesondere Iritis und Uveitis, sowie mögliche Folgeerkrankungen am Auge, wie sie erkannt und behandelt werden können. U. a. erörterte sie, dass etwa 40 Prozent der Morbus-Bechterew-Patienten irgendwann einmal mit Augenentzündungen zu tun haben, manche nur einmal, viele mehrfach und meistens sei nur ein Auge betroffen. Typische Symptome für die Uveitis sind Empfindungen wie Ziehen oder Druck im Auge, zudem werden die Betroffenen lichtscheu oder sehen u. U. Punkte. „Mit der Spaltlampe sieht der Augenarzt z. B. sehr genau mögliche Verwachsungen aus klebrigem Eiweiß. Manchmal sieht das aus wie eine Spinnwebe“, so Frau Dr. Scharfenberg. Als lokale Soforttherapie kommen spezielle Augentropfen in Frage. Für die systemische Behandlung empfehlen sich Prednisolon, Sulfasalazin und Biologika (siehe Morbus-Bechterew-Journal Nr. 148, S. 12 u. 14). Weiter erläuterte sie die Nebenwirkungen bei der Einnahme von Steroiden und Biologika. Unbedingt sollten Betroffene auf Rauchen und unnötigen Stress verzichten. Sehr nützlich ist ihr Rat an die von häufigen Uveitis-Schüben Betroffenen für den Urlaub oder Notfälle: man sollte eine Bescheinigung seines Augenarztes über die chronische Erkrankung und die wirksamste Medikation dafür bei sich führen.

Interessant und eine gute Ergänzung waren die Ausführungen eines Betroffenen, über die Bedeutung der Auswahl der richtigen Kunstlinsenart bei geplanter Operation des Grauen Stars, unter Beachtung einer eventuell bestehenden Einsteifung im Nackenbereich.

"Halte Deine Ordnung im Blick", mahnte anschließend Jens Dullies, Gesundheitstrainer aus Bad Elster, den einige Frauen aus Sachsen bereits vom mehrtägigen Aufenthalt in der Deutschen Klinik für Integrative Medizin und Naturheilverfahren GmbH (Dekimed) in Bad Elster im vergangenen Jahr kennen. Sein Ansatz ist die Harmonie von Körper, Geist und Seele. „Bewegung ist Gesundheit“, brachte er es auf den Punkt. Seine Selbsthilfetipps für mehr Lebensfreude im Umgang mit Morbus Bechterew koppelte er deshalb mit kleinen Bewegungsübungen, die allen viel Spaß machten. Zudem gab es von ihm einige Tipps für erfolgreiche Stressbewältigung. Dabei bezog er sich unter anderem auf die vielfältigen Empfehlungen von Sebastian Kneipp, der etwa Augenduschen und Fußbäder empfahl. Jens Dullies ging auch auf das Thema gesunde Ernährung ein und was man bei stressbedingter Übersäuerung des Körpers tun kann - zum Beispiel viel Gemüse essen und Zucker vermeiden. In Bezug auf gesundes Sehen empfahl er Tee aus „Augentrost“ (euphrasia officinalis) zu trinken, täglich durchblutungsfördernde Ganzkörper-Bürstenmassagen durchzuführen und bis zu dreimal täglich mit 1-prozentiger Solelösung die Augen zu spülen. Auch 15- bis 20-minütige Leberwickel hätten sehr gute Wirkung auf gutes Sehen. Wie man dies genau macht steht neben vielen anderen Wickel-Empfehlungen im Heft „Unsere bewährtesten Wickel“, die in der Dekimed-Klinik zusammengestellt wurden. Der Sächsische Landesverband übernahm die Kosten und so erhielten alle Symposiums-Teilnehmer diese Broschüre kostenfrei.

Die Überschrift des Vortrags von Dipl.- Med. Susanne Martinetz, ebenfalls Fachärztin für Augenheilkunde in Leipzig, lautete „Augen, das Fenster zur Seele“. Sie berichtete über ihre 30-jährigen Erfahrungen mit komplementärer Medizin. In ihrem Vortrag erfuhren die Anwesenden sehr viel über die klassische Akupunktur, Homöopathie, Magnetfeldresonanztherapie, Applied Kinesiology (wirkt auf Knochensystem), psychosomatische Grundsätze, Neuroimmunologie, intuitive Heilung und besonders geeignete Ernährung bei Augenproblemen. Eine ganz besondere Empfehlung von ihr: Täglich einen Teelöffel voll von folgendem Ansatz zu sich nehmen: 1 Teelöffel Leinöl, ½ Teelöffel Zitrone, Honig und etwas Kurkuma. Diese Mischung wirkt entzündungshemmend, blutverdünnend und ist gut gegen Knochenabbau.

Vor dem Symposium und während der Pausen bestand auch die Möglichkeit, sich von Schülerinnen und Schülern der Medizinischen Berufsfachschule des Uniklinikums Leipzig beraten zu lassen. Sie hatten sich mit Lehrerin Claudia Oehme auf spezielle Ernährungstipps für Bechterew-Patienten vorbereitet, damit diese mit weniger Beschwerden durch den Alltag kommen. Sie empfahlen beispielsweise lacto-vegetabile Kost (besondere Form der vegetarischen Ernährung), mediterrane Kost und natürlich mehrmals am Tag Obst und Gemüse. Weitere Tipps gab es mit dem Mittagessen: Die Auswahl, mit luteinreichen Nahrungsmitteln (Lutein – ein wichtiges Augenvitamin, enthalten vor allem in grünem Gemüse und auch in Obst), war angenehm leicht für solch einen langen Tag.

Außerdem lag eine Auswahl an zum Tagesthema passenden Fachbüchern zum Durchblättern und Nachschlagen bereit, des Weiteren Informationsmaterial der Masserberger Klinik, einer Rehaklinik mit Abteilung für Augenheilkunde.

Für viele Teilnehmer/-innen der Veranstaltung waren die Erläuterungen und praktischen Qigong Übungen mit Cornelia Rank und Dr. Grit Schöley, Trainerinnen für Qigong (Qigong-Zentrum Schöley & Rank GbR) eine besondere Erfahrung und Bereicherung. „Mit den Augen funkeln und die Leber reinigen – besser sehen mit Qigong“ – unter diesem Motto erläuterten sie, dass sich Qigong-Übungen gezielt zur Vorbeugung und Behandlung vieler Krankheiten einsetzen lassen. Für die Gesunderhaltung der Augen wurden auf Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin spezielle Augenübungen, Selbstmassage- und Klopftechniken entwickelt, wodurch unter anderem Pupillen- und Augenmuskulatur gestärkt und besser durchblutet werden.

So wurden z. B. die Handflächen kräftig aneinander gerieben und anschließend auf die geschlossenen Augen gelegt (Palmieren), mit geschlossenen Lidern die Augen rollen (waagerecht, senkrecht, kreisen und diagonal), das Gesicht „waschen“ sprich massieren, reiben und mit den Fingerspitzen rhythmisch beklopfen und auch die Ohren massieren, Ohrläppchen langziehen und die Ohrmuschel von hinten nach vorn umklappen sowie mit allen zehn Fingern den Schädel beklopfen und durch das Haar fahren – wie beim Kämmen.

Die Mehrzahl der Anwesenden fühlte sich danach gleich entspannter und schon wesentlich ruhiger. Ein weiteres Credo von Cornelia Rank ist, seine Selbstheilung durch z. B. Rückzug aus stressigen Situationen, öfters mal Pause machen und Imagination – positive Bilder vor Augen - zu aktivieren. Von Bedeutung ist auch die Wertschätzung sich selbst gegenüber: „Ich nehme mir Zeit, ich bin wichtig“. Die Übungen wurden von den meisten als sehr angenehm und schnell wirksam empfunden Wer dies unter Anleitung weiter trainieren möchte, kann dafür einen der anlässlich dieses Symposiums geplanten Spezial-Präventionskurse „Qigong für die Augen, Schultern und gegen sonstige Verspannungen“ im Februar oder September 2018 nutzen. (Interessenten können Näheres auf der Website der DVMB-Gruppe Leipzig bzw. direkt beim Qigong-Zentrum Leipzig erfahren.)

Sehr zum Nachdenken regte die bewegende Geschichte „Der Sprung in der Schüssel“ an, mit welcher Christina Schneider zum Abschluss des Symposiums ihre ganz persönlichen Ausführungen über ihre Erfahrung im Umgang mit der Bechterew-Erkrankung einleitete. Erfrischend, herzlich und nachdenklich zugleich gab sie u. a. den Tipp, ein Therapiebuch zu führen.

Auch wer zu seinem Glück noch nie mit einer Augenentzündung konfrontiert war, konnte viel Nützliches für sich mit nach Hause nehmen. Es war ein vielseitiges Vortrags- und Mitmachprogramm. Wir denken, dass auch die Gäste aus Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt ihren weiteren Weg nicht bereut haben und danken unserem Landesverband, dass er diese Veranstaltung ermöglicht hat.

Sylvia Jäger u. Leonore Huber, LV Sachsen

Fotos: Dagmar Hering

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